Begeistert von der Infrastruktur an der Sportschule

Lasse Nygaard Priester ist ein Kämpfer. Das sieht man ihm an, wenn er sich im Schwimmen, Radfahren und Laufen mit anderen misst. Der leidenschaftliche Triathlet schont sich nicht. Und das, obwohl er schon seit langer Zeit mit wiederkehrenden Schmerzen zu kämpfen hat.

Priester leidet an sogenannten Haglundfersen, die zunächst am rechten, Anfang August 2019 dann auch am linken Fuß je am Fersenknochen und Achillessehnenansatz operiert werden mussten. Ausgerechnet in dem Jahr, in dem er bis dahin die meisten Fortschritte gemacht hatte und sich endlich auch für einen Weltcup qualifizieren konnte. Seinem bisher größten Erfolg, dem sechsten Platz bei der Heim-EM in Düsseldorf 2017, war er im wahrsten Sinne des Wortes auf den Fersen, ehe ihm dieselbe einen Strich durch die Rechnung machte. Zurückwerfen lassen kommt allerdings nicht in Frage.

„Ich weiß, was auf mich zukommt und hoffe, dass ich in einem halben Jahr wieder schmerzfrei laufen kann“, sagt der Sohn einer Dänin, der sich noch in der Heilungsphase befindet, aber bereits mit gezieltem Reha- und Aufbautraining begonnen hat. Mit dem Ziel vor Augen, bis zum Sommer 2020 zu alter Stärke zurückzufinden. Bis dahin ist neben Fleiß und etwas Glück auch Geduld gefragt – für einen Leistungssportler nicht unbedingt die leichteste Aufgabe. Mit Einschränkungen kann Priester schon wieder schwimmen und gezieltes Krafttraining absolvieren. Dabei darf er allerdings nicht übertreiben. Sprung- und Laufübungen sind bis drei Monate nach der OP noch absolut tabu. „Der Körper braucht noch viel Energie für die Heilung, deshalb darf ich ihn nicht überfordern“, weiß er: „Ich wohne im Haus der Athleten und bin sehr froh um die kurzen Wege an der Sportschule. Ich kann hier jeden Tag zur Physiotherapie gehen und das hilft schon enorm.“

Dass er sich an den Vorzügen der kurzen Wege im Saarland erfreuen darf, ist nicht selbstverständlich. Lasse Priesters Heimat ist Quickborn in Schleswig-Holstein. Nach dem Abitur wählte er den Weg in den Südwesten ganz bewusst – auch, weil in Saarbrücken ein Triathlon-Bundesstützpunkt angesiedelt ist. „Hier finde ich einfach optimale Trainingsbedingungen und eine starke Trainingsgruppe vor. Außerdem ist die Kombination mit der Universität in der direkten Nachbarschaft natürlich eine praktische Sache – solch eine Infrastruktur hatte ich zu Hause nicht“, erklärt der 24-jährige BWL-Student und ergänzt: „Ich habe die Sportschule durch Trainingslager schon früh kennengelernt und mir ist schon als Jugendlicher klar gewesen, dass ich hierhin möchte.“

Sportlich passte alles, auch das Menschliche hat von Anfang an gestimmt: „Ich habe mich hier schon immer wohlgefühlt. Die Leute hier sind total lieb und nett, ich habe seit zwei Jahren eine saarländische Freundin und habe auch den einen oder anderen Saarländer kennengelernt, der nichts mit Triathlon am Hut hat“, berichtet Priester. Das einzige, was er vermisst, sei das Meer. Im Wasser liegt auch der Ursprung seiner großen Leidenschaft Triathlon. „Ich habe schon früh mit dem Schwimmen begonnen, später habe ich parallel dazu an Straßenläufen teilgenommen. Ich hatte auch noch ein paar Jahre lang Fußball gespielt“, erinnert sich Priester. Als 13-Jähriger nahm er im Nachbarort erstmals an einem Triathlon teil und schon war er angefixt. Die Tatsache, dass auch sein Vater sich an dieser Sportart erfreute, beförderte schließlich die Karriere, deren Initialzündung der Gewinn der deutschen Mannschaftsmeisterschaft in Merzig war. Ausgerechnet in dem Bundesland, das er ein paar Jahre später zu seiner zweiten Heimat machte und wo er heute hart an seinem Comeback arbeitet. Ein großes Ziel hat er auch schon vor Augen: „2024 will ich zu Olympia“, sagt Priester entschlossen. Zurückkämpfen lautet also die Devise.

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