Die hohe Geschwindigkeit reizt

Peter Käsbauer ist Doppel- und Mixed-Spezialist im Badminton. In den vergangenen Jahren war er vom Pech verfolgt – insbesondere vor den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro 2016. Sein Traum von Olympia ist deshalb aber noch lange nicht ausgeträumt. Tokio 2020 hat er trotz hoher Qualifikationshürden fest im Blick.

Käsbauer stammt aus Bayern, wo er jahrelang für seinen Heimatverein PTSV Regensburg spielte. Aus finanziellen Gründen konnte der Club die 1. Bundesliga irgendwann nicht mehr stemmen und zog die Mannschaft im Jahr 2015 zurück. Käsbauer und Co. Waren gezwungen, sich neue Vereine zu suchen. „Da ich ja schon seit 2007 in Saarbrücken lebe und am Bundesstützpunkt trainiere, war der 1. BC Bischmisheim nicht nur eine naheliegende Lösung. Ich laufe zu Fuß sechs Minuten bis zur Halle“, erklärt Käsbauer und ergänzt: „Ich bin auch für die Förderung der Sportstiftung Saar sehr dankbar. Außerdem haben wir hier eine Mannschaft, mit der man jedes Jahr um die Deutsche Meisterschaft mitspielen kann.“ 2016 dann wurde Käsbauer zum ersten Mal Deutscher Meister im Doppel: „Das war ein geiles Gefühl“, gibt er rückblickend zu.

Zum Badmintonsport kam der 31-Jährige über seine Eltern, die hobbymäßig in unteren Spielklassen aktiv waren. „Mein Bruder und ich waren bei den Spielen immer dabei und sobald wir einen Schläger halten konnten, haben wir mit einem Luftballon hin und her gespielt. Da waren wir noch ziemlich klein“, erinnert sich Käsbauer. „Dann haben wir irgendwann Talent gezeigt und das Ganze hat seinen Lauf genommen.“

Der besondere Reiz, der ihn schon so lange für seinen Sport motiviert, ist für Peter Käsbauer die hohe Geschwindigkeit. „Ich mag es, wenn es so richtig schnell hin und her geht. Deshalb spiele ich auch vorwiegend Doppel und Mixed. Dort ist alles noch schneller als im Einzel“, erklärt der Student und ergänzt: „Dann kamen irgendwann die Erfolge dazu und das steigert den Spaß natürlich noch einmal. Wenn man das eine oder andere Turnier gewonnen hat, will man natürlich immer mehr erreichen.“ Das erste Mal gefördert wurde sein Talent bereits im Alter von elf Jahren. Die Konkurrenz war damals schon recht groß. „Wir waren ein starker Jahrgang. Vier von unseren sechs Kaderspielern in Bayern kamen später auch in die Nationalmannschaft“, erinnert sich Käsbauer: „Wir waren echt eine coole Truppe.“ Zu der gehörte auch der frühere BCB-Spieler Lukas Schmidt, mit dem Käsbauer immer noch in Kontakt steht: „Er heiratet bald und ich bin eingeladen“, verrät der gebürtige Oberpfälzer.

Trotz der langen Zeit im Saarland hat er seine alte Heimat nicht aus den Augen verloren. „Ich versuche, so oft wie möglich dort unten vorbeizuschauen“, sagt er: „Schließlich wohnen ja meine Eltern noch dort. Allerdings ist es nicht gerade um die Ecke – allein eine Fahrtstrecke dauert gut viereinhalb Stunden.“ Wie gut, dass Bruder Hannes, der mit einer Saarländerin verheiratet ist, mit seinen drei Kindern gute Argumente in die Welt gesetzt hat, die Eltern gelegentlich ins Saarland zu locken. „So sehen wir uns alle recht regelmäßig“, freut sich Peter Käsbauer.

Echtes Heimweh kam allerdings im Saarland nie auf. „Die Leute hier haben mich klasse aufgenommen. Die Trainingsgruppe hatte ich ja schon größtenteils gekannt“, berichtet der Rechtshänder. Die Integration lief so gut, dass er selbst den Dialekt in Teilen übernommen hat. „Ich sage auch schon ‚Eijoo‘ und solche Sachen“, verrät er lachend und gesteht: „Aber mehr geht nicht. Dafür mag ich das Bayrische zu sehr.“

Jede freie Minute verbringt Peter Käsbauer am liebsten mit seiner Freundin – allerdings nicht zwangsläufig in Saarbrücken oder in Bayern. „Ich bin ja durch meinen Sport ohnehin viel in der Welt unterwegs, aber wir besuchen auch gerne andere Städte und verreisen oft, sofern es uns möglich ist“, erklärt der 31-Jährige. Reichlich Gelegenheit dazu bietet die anstehende Olympia-Qualifikation. Die wird schwer genug – die Anforderungen national und international sind hoch. Aber: „Wer es gar nicht erst versucht, der kann es auch nicht schaffen“, sagt sich der BWL-Student. Eijoo, dann hopp!