Mit der Staffel nach Tokio

Jonas Breinlinger mag es vielfältig. Jedenfalls reicht ihm eine Sportart für einen Wettkampf nicht aus. Besser sind gleich drei auf einmal: Er ist Triathlet. Er gilt als eines der größten deutschen Talente, wurde 2018 Sechster bei der Staffel-WM in Hamburg und geht in der Triathlon-Bundesliga für das KioloqIQ Team Saar an den Start.

Alles fing damals mit Schwimmen an. Breinlinger stammt gebürtig aus Heidelberg, wo er seine Sportkarriere im Alter von sieben Jahren im Schwimmverein startete. „Mein damaliger Vereinstrainer Wolfram Bott wechselte später als Landestrainer der saarländischen Triathlon-Union nach Saarbrücken“, erklärt der 23-Jährige seinen Weg an die Hermann-Neuberger-Sportschule. „Ich hatte früher schon ab und zu aus Spaß beim Triathlon mitgemacht und habe Wolfram dann bei einem Wettkampf getroffen. Er fragte mich dann ob ich mir vorstellen könnte, zum Triathlon und nach Saarbrücken zu wechseln“, erinnert sich Breinlinger. Eine Probewoche im Internat mit Schule und Training gefiel ihm dann so gut, dass er seinem Trainer folgte und zum nächsten Schuljahr 2009/2010 ins Saarland wechselte.

„Ausdauer-Sportarten haben mir immer schon gut gelegen“, erklärt er seine Leidenschaft für eine Sportart, bei der manche schon beim Lesen der zu bewältigenden Strecken ins Schwitzen kommen: Die Langdistanz, zum Beispiel bei Ironman-Veranstaltungen, sieht nach knapp vier Kilometern Freiwasserschwimmen und 180 Kilometern Radfahren einen kompletten Marathon-Lauf (42,2 Kilometer) vor. „Zusammen mit den Teamkollegen in den Trainingsgruppen und den Trainern hat mir das immer schon sehr viel Spaß gemacht. Dazu hat mich das ganze Konzept in Saarbrücken fasziniert mit dem Internat, der Sportklasse und anderen Aspekten, die sich komplett auf den Sport ausrichten“, erklärt Breinlinger.

Die Zeit auf dem Internat war echt cool und hat Spaß gemacht. Im Triathlon erlebt man einfach viel und es wird einem nie langweilig.“ Außerdem stieß er in Saarbrücken auch auf sein großes Vorbild, den Olympiasieger von 2008, Jan Frodeno. „Zu sehen, was der so macht und wie professionell er arbeitet, war schon beeindruckend“, gibt Breinlinger zu.

Mittlerweile fühlt sich der gebürtige Heidelberger im Saarland heimisch. „Man lernt hier schnell viele Leute kennen und es gefällt mir auf jeden Fall sehr gut hier. Ich möchte gerne hier bleiben“, sagt der Sportökonomie-Student. Wenn er seinen Abschluss in der Tasche hat, soll es natürlich auch im Beruf sportlich weitergehen: „Ich wollte immer Trainer werden. Mal schauen, ob ich das auch wirklich angehe oder doch noch ein Studium dranhänge“, sagt Breinlinger, der Studium und Leistungssport gut unter einen Hut bekommt: „Der Vorteil ist, dass es kein klassisches Präsenzstudium, ist sondern ein duales Studium mit Präsenzphasen, bei dem ich auch als Trainer arbeite. Über den LSVS habe ich auch ein Stipendium bekommen“, sagt er.

Gerade weil es bei ihm so gut läuft, schwimmt und radelt, hat er schon die nächsten sportlichen Ziele im Visier. Dazu gehören auch die Olympischen Spiele 2020 in Tokio. „Dass ich die Einzel-Qualifikation schaffe, ist schon recht unwahrscheinlich. Aber vielleicht klappt es über die Staffel“, gibt sich Jonas Breinlinger zuversichtlich. Wer weiß? Vielleicht gelingt ihm wie einst seinem Vorbild Jan Frodeno der Sprung von Saarbrücken auf das Treppchen der Olympischen Spiele…