Noch einmal so etwas erleben!

Unbekümmert und motiviert reiste Vanessa Braun zu ihren ersten Paralympischen Spielen. Die Leichtathletin vom TV Püttlingen ging 2016 in Rio de Janeiro über die 100 Meter und beim Weitsprung in der Klasse T38 an den Start. „Die Eindrücke sind immer noch da. So etwas vergisst man nicht. Vielleicht schafft man so etwas nur einmal im Leben“, schwärmt die 20-Jährige in Erinnerungen, „Damit, dass ich auf den letzten Drücker doch noch nominiert werde, hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Das kam alles sehr kurzfristig und umso größer war die Freude.“

Seit 2011 betreibt die 20-Jährige aus Nalbach-Piesbach Leistungssport. Trotz Ataxie und Sehbehinderung. „2010 wurde ich von meiner Schule an den Sport herangeführt und 2013 wechselte ich dann zum TV Püttlingen“, erklärt sie. Auf ersten Wettkämpfen, zu denen sie ihre Lehrerin mitnahm, zeigte sich schnell ihr Potenzial. 2014 wurde sie in London auf Anhieb Junioren-Weltmeisterin über 100 Meter und 200 Meter und mit der 4x100 Meter Staffel. Beim Weitsprung holte sie bei ihrer ersten Weltmeisterschaft Bronze. Abschalten vom Leistungssport kann sie vor allem durch Lesen. „Das beruhigt mich einfach. Ich mag es, in diese Welten einzutauchen und den Kopf abzuschalten“, erklärt Braun. Welches Buch sie derzeit liest, kann sie gar nicht sagen. Das sind immer mehrere. „Manchmal schaffe ich sogar zwei an einem Tag“, sagt sie und lacht.

Vor den Spielen in Rio hatte sich Braun verletzt. Weil sie im gleichen Jahr in Lebach ihren Hauptschul-Abschluss gemacht hatte und so sehr darauf fixiert war, trainierte sie nicht so intensiv wie in den Jahren zuvor. „Von daher hat sie das Training in Berlin wohl etwas überlastet und so kam es zur Verletzung“, erklärte Brauns Trainerin Evi Raubuch damals. Das soll ihr künftig nicht mehr passieren. Ohnehin läuft es sportlich gesehen „gerade sehr gut“, sagt Braun und lacht. Erst kürzlich lief sie erste Wettbewerbe über 400 Meter. Ihre Ziele für 2018 sind klar: Die Qualifikations-Normen für die Europameisterschaften in Berlin im August schaffen. Vorher steigen im Juli die Deutschen Meisterschaften in Kienbaum. Mittelfristig wären da schon wieder die Paralympischen Spiele im Blick, die 2020 in Tokio stattfinden.

Vielleicht erlebt sie so etwas wie in Rio doch noch mehrmals im Leben?! „Im Moment habe ich nur die EM vor Augen“, sagt sie, „Ich würde sehr gerne nochmal zu den Paralympischen Spiele fahren. Aber bis 2020 dauert es ja noch ein bisschen hin.“

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