Internationaler geht’s nicht mehr

In Hamburg geboren, in London aufgewachsen, in Südafrika trainiert und mit Rehlingen die größten Erfolge gefeiert: Christian von Eitzen ist multinational unterwegs. Mittlerweile wohnt das Mitglied des Perspektivteams der Sportstiftung Saar in Frankfurt. 2015 startete er erstmals für Deutschland bei den U20-Europameisterschaften, 2016 wurde Christian von Eitzen Deutscher U20-Meister über 800 Meter. Auch vier Deutsche Meisterschaften mit der Staffel (je zwei Mal U20 und U23) stehen schon zu Buche.

Als Grundschüler schnitt er bei einem „Elbe-Lauf“, einem Zehntel-Marathon, so gut ab, dass sich daraus eine Karriere als Läufer entwickelte. Damals spielte von Eitzen noch Fußball. Als er wenig später mit seiner Familie nach England zog, wich das Fußballspielen allmählich dem Laufen ohne Ball. Das war im Alter von etwa elf Jahren. „Ich konnte es gut, es hat mir Spaß gemacht. Also habe ich damit angefangen“, erinnert sich der heute 20-Jährige. Sein erstes Rennen in Deutschland bestritt er allerdings erst im Alter von 16 Jahren bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Rostock. „Damals kam der Kontakt zu Bundestrainer Adi Zaar zustande und so kam ich zum LC Rehlingen“, erklärt er. Mittlerweile ist von Eitzen von London nach Frankfurt gezogen, wo er in der Gruppe von Bundestrainer Georg Schmidt trainiert. Nach einem Trainingslager in Südafrika steht er Ende November 2017 voll im Saft. „Derzeit ist viel Training angesagt. Im Januar geht es wieder nach Südafrika, um mich für die Hallensaison vorzubereiten. Im April geht es dann wieder nach Südafrika“, erklärt er. „Ich reise eigentlich ständig zwischen Südafrika, Deutschland und England hin und her, weil ich ja auch noch in London studiere.“ Zwischendrin geht es auch schon mal nach Amerika. „Das Reisen macht mir Spaß. Man nimmt von überall etwas mit, sammelt Erfahrung. Ich bin niemand, der gerne rumsitzt. Ich muss ständig irgendwas machen“, verrät er. Das gilt auch für die Trainingslager, wo Leistungssportler eigentlich viel schlafen und ihren Körper regenerieren sollten. „Ich gehe gerne wandern und die Welt entdecken“, sagt er und man spürt geradezu seine Entdeckerlust: „Für mich ist es gerade das perfekte Leben. Ich strebe nach einer Karriere als Profiathlet und das habe ich fast geschafft.“

Fast geschafft hat er auch sein Studium. Und das mit gerade einmal 20 Jahren. Da sich der Leistungssport nur schwer mit seinem Wunschfach Jura vereinen lässt, wählte er den Bachelor-Studiengang in Kriminologie und Soziologie, den er im Sommer 2018 abschließen will. Geplant ist, den Master in Psychologie folgen zu lassen. „Es macht auf jeden Fall Spaß, auch wenn es manchmal etwas langweilig ist“, gibt er mit einem Augenzwinkern zu. Um die Auslastung perfekt zu machen, jobbt von Eitzen nebenbei auch noch: „Letztes Jahr hatte ich drei Jobs. Das klappt schon. Rumsitzen und Fernsehen schauen passt einfach nicht zu mir.“

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