„Wir sind eine coole Truppe“

Joana Staub ist ein Neuling in der Förderung der Sportstiftung Saar. Die 19-jährige Athletin des LC Rehlingen ist so etwas wie eine Senkrechtstarterin. Sportlich war sie schon immer, tanzte, turnte und spielte Tennis. Zur Leichtathletik, in der sie aktuell für Furore sorgt, kam sie erst vor drei Jahren.

In einer Mehrkampf-Gruppe in Rehlingen entdeckte sie dann recht schnell ihre Vorliebe für das Laufen. Genauer gesagt: die Mittelstrecken. Bundestrainer Adi Zaar erkannte das Talent und holte es in seine Trainingsgruppe. „Ich war da voll begeistert und wollte unbedingt dorthin“, erinnert sich Staub, die schon als Schülerin als viermalige Siegerin bei Läufen um den Losheimer Stausee auf sich aufmerksam machte. „Er hatte mich schon damals entdeckt, aber meine Interessen waren da noch sehr vielfältig und ich sagte immer, ich hätte keine Zeit“, erklärt die Studentin, „Irgendwann kam der Punkt, an dem ich mir das Leichtathletik-Training mal anschauen wollte. Und so kam ich in die Mehrkampf-Gruppe.“ Tennis spielt sie übrigens immer noch. Sofern es die Zeit zulässt, hilft sie dem Team ihres Heimatortes Differten aus. Das gemeinsame Trainieren in der Läufer-Gruppe motiviert Joana Staub täglich zu neuen Bestleistungen: „Ich kann mit den Besten im Saarland zusammen trainieren, wir sind eine echt coole Gruppe. Man ist nie alleine, sondern hat immer gleichstarke Läuferinnen und Läufer um sich, sodass man sich gegenseitig motivieren kann“, beschreibt sie ihren Leistungssport-Alltag: „Wenn das Wetter schlecht ist und nur Dauerläufe auf dem Programm stehen, denkt man sich schon mal: ‚Boah, heute habe ich keine Lust.‘ Aber wenn man immer seine Teamkameraden um sich herum hat, puscht man sich gegenseitig. Man will ja auch erfolgreich sein.“ Seit Herbst 2017 wohnt Staub noch näher an ihrem Trainingsort, nämlich im Haus der Athleten an der Hermann-Neuberger-Sportschule in Saarbrücken. Als Grundschul-Lehramtsstudentin weiß sie die Vorteile der Nähe zur Uni zu schätzen: „Ich wollte immer schon so eine Wohnung vor Ort haben und habe mich hier schon gut eingelebt“, sagt sie. Was nicht heißt, dass die Eltern sich nicht mehr um sie kümmern dürften: „Uns steht hier zwar ein Waschraum zur Verfügung, aber bisher habe ich den noch nicht benutzt. An den Wochenenden fahre ich nach Hause und bringe die Wäsche mit heim“, gibt sie lachend zu.

Erfolge stellten sich schon vor ihrem Umzug an die Sportschule ein. 2016 holte sie bei den Deutschen U20-Meisterschaften Bronze über 800 Meter, 2017 wurde sie schon Deutsche U20-Meisterin über 800 und 1500 Meter und feierte ein sehr erfolgreiches Debüt bei den Deutschen Meisterschaften der Frauen (4. Platz über 800 Meter) sowie bei den U20-Europameisterschaften (5. Platz über 1500 Meter). „Das waren meine Highlights“, sagt sie stolz. Den krönenden Abschluss ihrer bislang besten Saison stellte im November 2017 die Auszeichnung zur Nachwuchssportlerin des Jahres im Rahmen der Saarsportler-Gala des Vereins Saarländischer Sportjournalisten dar.

zurück